Happy new year!

„Wird’s besser? Wird’s schlimmer?“ fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.

In diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr vom anderen Ende der Welt. Unser neues Jahr ist jetzt schon 6,5 Stunden alt…

Coromandel Teil 1 11./12.12.12

So schön wie der Name klingt, so schön ist auch die Küstenstraße nach Coromandel. Für mich eines der schönsten Gebiete, die ich bisher in Neuseeland gesehen habe. Tolle Strände, schöne Felsformationen, Wälder die aussehen, als hätte dort noch niemand auch nur einen Fuß hingesetzt.

Unser Ziel bis zum „Hot Water Beach“ führte uns über Thames. Ein schnuckeliges kleines Städtchen. Überhaupt finden wir die „Städtchen“ in Neuseeland sehr sehenswert. Da fast alle Gebäude nur ein Stockwerk haben, wirkt es sehr luftig.

In Thames haben wir eine Pause eingelegt, damit die Kinder wieder ihrem natürlichen Drang nachgehen können. Klettern und spielen. Wir haben einen schönen Spielplatz entdeckt, dessen Lage für uns perfekt war. Wir standen auf einem Parkplatz zwischen Spielplatz und Supermarkt. So konnten die Kinder spielen und wir hatten sie immer im Auge und den Einkauf konnten wir dann auch gleich erledigen.

Die Spielplätze in Neuseeland sehen etwas anders aus, als das was wir kennen. Der Boden ist meistens gut gepolstert. Die Spielgeräte sind sehr interessant und einfallsreich und oft auch für Erwachsene nutzbar. Manchmal gibt es sogar eine Schaukel für Rollstuhlfahrer :O. Aufgrund des Kletterdranges und der akrobatischen Übungen von Helen, die mittlerweile auch schwindelerregende Höhen beim Klettern erreicht, musste meist einer von uns beiden mit auf den Spielplatz. So haben wir die Belastbarkeit der Spielgeräte getestet, mit der Bewertung: „Sehr gut“. Dies gilt natürlich nur für meine Gewichtsklasse :O.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter zum „Hot Water Beach“ immer die Küstenstraße entlang. Diese schlängelt sich auf den Bergen entlang. Eine Serpentine eben, mit wenig Platz. Und zu unserem großen Erstaunen, sausten (!) an uns die Autos und Lkws vorbei, oft beladen, zum Beispiel mit riesigen Holzstämmen. Das wiederum löste bei uns ein „Sausen“ in der Magengegend aus.

Dort angekommen, sind wir sofort Richtung Beach gestürzt, um das hot Water zu finden. Aber wo ist es? Und was liegt da überall auf dem Sand am Strand? Runde durchsichtige glibbrige Klekse! Sieht aus wie Wackelpudding, nur ohne Farbe. Wir bewaffnen uns mit kleinen Stöckchen und bearbeiten damit das glibbrige Etwas. Und während wir da so herumstochern, dämmert es uns. Das sind alles Quallen! Tote Quallen! Aber warum liegen da so viele und warum sind die alle tot? Wieso sehen die nicht wie Quallen aus? Sind die gefährlich? Wir wurden mit diesen und noch mehr Fragen von unseren Kindern überhäuft. Aber wie erklärt man das, wenn man selbst keine Ahnung davon hat? Mit Phantasie. Aber es interessiert uns tatsächlich und bei nächster Gelegenheit werden wir etwas recherchieren.

Mit vielen Fragen im Kopf, sind wir zu einem Campingplatz, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Es ist wieder ein Top Ten Holiday Park und wie immer, ist auch dieser Campingplatz schön angelegt. Für die Kinder (und großen Kinder :O) gibt es dort ein großes Hüpf-Luft-Kissen.

Da sind wir wieder…

…größer, schwerer! Und?

Gut gelaunt 😀 Wir haben einen anderen Camper Van. Seit Dienstag Nachmittag (11.12.12) sind wir wieder on the road again…

Sechs harte Tage in Auckland liegen hinter uns. Ein Auto das nicht richtig funktionierte,  Kindersitze die fehlten, ein uneinsichtiger Vermieter, die Kinder, die kaum zu bändigen waren, und das alles gepaart mit schlechtem Wetter war eine Herausforderung der besonderen Art.

Aber wir haben es geschafft! Harre der Dinge die da kommen und Du wirst dafür belohnt.

Ein 6-Bett-Camper ist die Belohnung! Was haben wir Plaaatz, Fächer noch und nöcher, innen wie außen. Der Kühlschrank groß, das Bett riesig und e-n-d-l-i-c-h Kindersitze. Wie haben wir das vorher nur in diesem 4-Bett-Camper gemacht? Keine Ahnung, aber vermissen tun wir ihn irgendwie schon, unseren Campi…

Den uns „aufgedrückten“ Aufenthalt in Auckland, haben wir versucht sinnvoll zu nutzen. Wir haben  in Auckland eine Bekannte einer Bekannten besucht. Um es auf den Punkt zu bringen: die Bekannte der Bekannten war uns unbekannt. Aber in Neuseeland ist vieles anders. Wir wurden sehr herzlich empfangen und haben uns dort gleich wohlgefühlt. Vor allem unsere Kinder, die fühlen sich mittlerweile überall wie zu Hause. Gut oder nicht gut? Das ist hier die Frage.

Die uns unbekannte Bekannte einer Bekannten ist super nett. Die ganze Familie ist super nett. Hätte glatt dort bleiben können. Wir durften mit unserem alten „Campi“ auf deren Grundstück übernachten. So waren wir auch gleich in der Nähe der Werkstatt, dort mussten wir am nächsten Tag hin.

In Auckland City gibt es einen riesigen St. Claus (mindestens 5. Stockwerke hoch!)   in Begleitung zweier Rentiere, an der Fassade eines großen Kaufhauses zu bestaunen. Uns klappte der Unterkiefer runter, als wir das gesehen haben.

Witzig in der City ist, dass die Ampeln so schalten, dass an einer Kreuzung alle Fußgänger gleichzeitig loslaufen und das auch diagonal. Volle Aufmerksamkeit! Ausfallschritt rechts, dann Ausfallschrift links, stoppen, Achtung! Große Einkaufstaschen von rechts und von links… War das ein Gewusel :o)

Bei Kathmandu, dem Outdoor Experten, haben wir im Sommerschlussverkauf (!) 4 große aufblasbare Sitze erstanden. Bisher haben wir sie nicht ausprobiert. Sie sind so schön platzsparend eingepackt…

Direkt am Hafen wird jeden Tag um 12.00 Uhr Mittag ein Kanonenschuss abgefeuert. Ein älterer Mann bringt eine kleine Kanone auf einem eigens dafür konzipierten Karren und schafft es schon da, all die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dieses Ereignis hat sich wohl herumgesprochen und so gibt es einige Schaulustige. Und obwohl wir das schon von unserer Ankunft im November wussten, sind wir alle, als der Schuss abgefeuert wurde, in Deckung gegangen.

An einem Abend hatten wir uns überlegt,  auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes Countdown am Flughafen zu übernachten, allerdings war da ganz schön was los. Der Markt hat 7 Tage die Woche durchgehend geöffnet. Daher beschlossen wir, dort nur unser Abendessen einzunehmen und danach weiter zu fahren.  Während wir aßen, entdeckten wir einen Polizeiwagen der auf den Parkplatz fuhr und immer näher kam. Uns wurde ganz mulmig wegen der fehlenden Kindersitze. Und dann parkte der Polizeiwagen auch noch direkt neben uns. Stocksteif und nichtatmend saßen wir in unserem Camper Van. Jedoch hatten die Polizisten kein Interesse an uns, sondern nutzten unseren Van als Deckung. Denn plötzlich schoss der Polizeiwagen um unseren Campi herum und: Zugriff! Ein Autofahrer wurde in seinem Wagen, der gerade angefahren kam, gestellt. Das ist auch Abenteuer, zumindest für uns.

Auch haben wir versucht zu angeln, leider wieder ohne Erfolg. Aber dafür haben wir einen netten Mann kennengelernt, der uns einige Tipps gab. Er schenkte uns sogar 2 Angelhaken und seinen selbstgemachten Köder. Das war irgendeine Brotpampe, die nur mit viel Mühe wieder von den Händen zu bekommen war. Abends sind wir mit dem Köder und mit Taschenlampen auf die Pirsch gegangen in der Hoffnung, Aale anlocken zu können. Entweder gab es da keine oder die Aale mögen keine Brotpampe. Auch hier Fehlanzeige! Stattdessen durften wir auf dem Rückweg einer toten Ente begegnen, die wohl gerade eben von einem Opossum zerlegt wurde. Das war kein schöner Anblick. Zu meiner Überraschung waren die Kinder gefasst. Es hatte sie zwar beschäftigt und sie haben viele Fragen gestellt, aber das war’s auch schon.

Am 11.12.12 um 10.00 Uhr war es endlich so weit. Wir liefen auf das Gelände der Verleihfirma für Camper Vans. Und da stand es! Unser neues Zuhause! Das Grinsen in unseren Gesichtern war wie fest gemeißelt. Wir konnten gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Nach dem üblichen Büro Kram haben wir unsere Sachen umgeräumt und sind Richtung Thames gefahren. Fortsetzung folgt…

Vom Nikolaus und anderen Überraschungen

06.12.2012

Ralph war schon aufgestanden, die Kinder und ich lagen noch im Bett als ich von oben (Alkoven) ein „Heute ist Nikolaus, der Nikolaus war da“ hörte .

Im selben Moment sprang Helen neben mir aus dem Bett raus und ich glaube, sie ist mit einem Sprung in alle ihre Kleider gleichzeitig gehüpft. Ging das alles so schnell an diesem Morgen. Ich glaube, ab jetzt ist jeden Tag Nikolaus bei uns;o))

Und tatsächlich! Der Nikolaus kam bis nach Neuseeland. War das eine Aufregung. Die Augen leuchteten, die Backen waren knallrot. Die Kinder hüpften vor Freude. Den ganzen Tag haben unsere Kinder die Nikolaus-Filz-Socke nicht mehr aus der Hand gelegt.

Gegen 10.30 Uhr kam dann der Zeitpunkt, uns zu verabschieden. Unsere Freunde mussten weiter Reisen. Es fiel uns allen schwer uns zu trennen, wären wir doch so gerne weiter zusammen gereist. Es war so eine Bereicherung für uns alle, dass wir hoffen, uns nochmal vor dem 06.01.2013 zu treffen. Das ist der Tag an dem Michael, Sandra und Frederik Neuseeland verlassen. Danke für die zwei schönen Tage.

Wir wollten eigentlich jemand in Auckland besuchen. Aber alles sollte ganz anders kommen. Stattdessen fuhren wir mit unserem Campi zurück nach Auckland in die Werkstatt. Eine Reihe von Dingen sind in und an unserem Campi nicht in Ordnung. Als nämlich das Auto beim Bremsen anfing zu ruckeln, da hat Ralph den Verleiher unseres Campi angerufen. Eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellte.

Gegen Mittag kamen wir in der Werkstatt an und zählten alle Mängel die uns aufgefallen waren auf. Ein Mitarbeiter erklärte uns, dass es einige Zeit in Anspruch nehme, sich den Wagen anzuschauen. Wir packten also ein paar Dinge aus unserem Campi ein und ein Mitarbeiter fuhr uns zu einem kleinen Einkaufszentrum in der Nähe des Flughafens. Unsere Laune sank etwas, aber wir waren trotzdem noch guter Dinge. Gegen 16.30 Uhr rief uns der Mitarbeiter auf dem Handy an und teilte uns mit, dass die Bremsen defekt waren und diese ausgetauscht wurden!! Bremsen defekt?? Hat der wirklich „Bremsen defekt“ gesagt? Ja, hat er, bestätigte Ralph. Mir verschlug es glatt die Sprache. Ralph und ich waren mit dieser Info erst Mal überfordert. Ein Mitarbeiter holte uns wieder ab und brachte uns zurück zur Werkstatt. Alle anderen Mängel konnten noch nicht behoben werden, was zum einen an der Zeit und zum anderen am Wetter lag. Das Dachfenster, in welches es hineingeregnet hatte, konnte noch nicht repariert werden, da es noch zu nass war. Der Anlasser konnte ebenfalls nicht repariert werden, da dies eine Arbeit von mindestens eines ganzen Tages ist. Und erst am Montag erfolgen könne. Den Rest hatten sie noch gar nicht begutachtet.

Jetzt ging die Telefoniererei so richtig los. Ralph sprach abwechselnd mit dem Vermieter und Vermittler des Camper Vans und vor Ort mit dem Kfz-Menschen.

Wir einigten uns darauf, morgen früh wieder zu kommen, um das Dachfenster, Spülbecken (Wasser läuft nicht ab), Bad (das steht immer das Wasser auf dem Boden) und die Eingangstür die aus zwei Teilen besteht (die äußere Tür, ist die mit dem Fenster, die innere Tür ist die mit dem Fliegengitter) zu reparieren. Diese äußere Tür ist uns 3 Mal während der Fahrt aufgesprungen.

Mittlerweile war uns das Lachen vergangen. Wie sollten wir entscheiden? Bis Montag hier bleiben und den Anlasser reparieren lassen? Oder weiter fahren und hoffen, dass der Anlasser bis zum 22.02.2013 hält? Wir beschlossen, darüber zu schlafen und unsere Bekannte, die hier in Auckland lebt, zu besuchen.

Freunde

05.12.2012

Boah, war ich müde. Alle waren schon auf den Beinen und ich hätte noch schlafen können. Leider wurde ich immer wieder genötigt aufzustehen, schließlich wolle man Frühstücken hieß es. Stimmt. Mein Bett ist ja auch die Sitzgruppe. Wie wäre es mal mit richtig viel Sonnenschein am Morgen? Gut. Richtig gut. Denn dann könnte ich liegen bleiben und der Rest der Familie frühstückt draußen. Wunschdenken. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Die Kinder sind wieder am Spielen. Das Ufer mit den Mangroven hat sie angelockt. Es scheint, als wären sie alle drei zusammen in ihrer eigenen Welt versunken. Ist das schön:o))

Wir Erwachsenen redeten  und planten und als alle unsere Pflichten getan waren, fuhren wir los Richtung Süden. Um vorwärts zu kommen, beschlossen wir, heute eine längere Strecke zu fahren. Denn Michael, Sandra und Frederik haben weniger Zeit, um auf Neuseeland zu bleiben. Und wir möchten Sie noch ein Stück begleiten.

So fuhren wir bis ca. 80 km hinter Auckland, insgesamt so ca. 270 km. Das war das erste Mal, dass wir so eine lange Strecke am Stück gefahren waren.

Den Campingplatz den wir hier entdeckten war wirklich herrlich. Ein Pool mit einer natürlichen heißen Quelle. Stinkt zwar ein bisserl, aber egal, nix wie rein da. Und so hüpften wir alle 7 in den herrlichen Pool. Spätestens jetzt haben alle mitbekommen, dass wir da sind…

Nach ca. 15 Minuten gewinnt man den Eindruck, in einem großen heißen Suppentopf zu sitzen. So bekommt die Bezeichnung für ein homöopathisches Mittel „die heiße Sieben“ eine völlig neue Bedeutung.“ Also, so nix wie rein, so nix wieder raus, duschen anziehen und ab in die dortige Küche. Kochen war angesagt. Bei unseren Freunden gab es Pfannkuchen. Da konnten wir mit unserem „Gemüse und Spargel in Honig-Sojasauce mit Makkaroni“ abstinken. Ein einfacher Pfannkuchen ließ die Herzen unserer Kinder höher schlagen. Da haben wir es wieder. Weniger ist mehr.

Und falls doch noch nicht alle mitbekommen hatten, dass wir da sind, jetzt wussten sie es. In dieser Küche war ein Geräuschpegel, der HNO-Ärzte dazu gedrängt hätte, allen, uns eingeschlossen, ein paar Ohrenschützer aufzuziehen. Und wir hatten uns da so richtig breit gemacht. Endlich mal wieder Platz zum Kochen!

Mit viel Geschrei haben wir die Kinder ins Bett gebracht. Eigentlich hätten wir uns gleich dazu legen können, so müde waren wir, doch wir hatten noch ausgemacht, unsere Nachbarn in ihrem Camper Van zu besuchen