Streichelzoo, Cable-Car und Kinder-Silvester / 29.12. – 31.12.2012

Ein wirklich schöner privater Streichelzoo erfreut uns in Reikorangi. Die Reikorangi Pottery, Café/Restaurant & Farm Park. Total urig. Innen wie außen. Unsere Kinder stürzen sich auf die Küken der Hühner und wir haben so unsere Mühe, unsere Kids von der Stelle zu bekommen. Die Küken sind das Highlight!

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Der Magen knurrt und beim Anblick der Hühner, bekomme ich noch mehr Hunger.

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Also lieber schnell rein in die „Pottery“. Schon im Eingangsbereich haben wir das Gefühl, eine Zeitreise zu machen. Wir sind mal eben 50 bis 60 Jahre in der Zeit zurückgereist. Überall stehen kleine und große, alte und uralte Gegenstände. Die ganze Pottery ist voll damit.

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Es ist nicht nur urig, auch ist es urgemütlich! Als wir Platz nehmen, ist es so, als würden wir  im Esszimmer der Familie sitzen. Wahrscheinlich war es das auch mal.  Das Essen schmeckt hervorragend.

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Wir fahren weiter nach Paraparaumu (der Name ist klasse!) zur I-Site (Informationszentrum).

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Geschlossen! Also weiter zum Park Queen Elisabeth in Paraparaumu. Auch geschlossen! Schade! Hier gibt es nämlich eine Bimmelbahn, die einen bis zum Strand fährt. Also nix Strand. Dafür retten wir einen wunderschönen großen Schmetterling und basteln mit Naturmaterialien.

tn_P1100665 Auch schön! Heraus kommt eine weihnachtliche Deko. Mit zwei Tannenzapfen und unserem Minitannenbaum, sieht es weihnachtlicher aus als an Weihnachten.

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Der nächste Tag. Es regnet. Den ganzen Tag. Wir fahren nach Wellington und übernachten am Hafen. Es ist sehr laut, da eine Hauptverkehrsstraße in unmittelbarer Nähe an unserem Schlafplatz vorbeiführt. Kaum schlafe ich endlich, kommt die Müllabfuhr (5.00 Uhr morgens) und leert eine große Metalltonne aus und das direkt neben unserem Van. Ich stehe senkrecht im Bett. Ich befinde mich gerade wieder auf dem Weg zum Land der Träume: Klappe die Zweite! Die Müllabfuhr leert den Glascontainer aus. Der steht auch direkt neben unserem Van. „Wie können wir nur so dämlich sein und direkt neben zwei großen Müllcontainern parken“, schwirrt es mir durch den Kopf, ehe ich es schaffe, wieder einzuschlafen.

Leicht übermüdet gehen wir nach Wellington City.Wir entdecken zwei eigenartige Gebilde!

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Wir rätseln, wir raten und schließlich gehen wir hin. Es sind Toiletten! Genannt „Lobster Loo!“ Das sind die witzigsten Toiletten die wir bisher gesehen haben. Hier ein kleiner Einblick.

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Wir haben beschlossen mit dem Cable Car zu fahren. Auf Deutsch heißt das „Bergbahn“.

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Die Fahrt nach oben ist kurz und auf dem Weg von Oben nach unten, gibt es eine Menge zu sehen.

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Wir verbringen viel Zeit damit wieder nach unten zu laufen. In der Nähe unseres Schlafplatzes am Hafen, gibt es einen schönen Spielplatz der heute als Bühne genutzt wird. Ab 18.00 Uhr gibt es hier ein Fest mit Kinderprogramm zu Silvester.  Für die Kinder wird um 21.00 Uhr runtergezählt. Wir schaffen es,  kurz vor 21.00 Uhr beim Spektakel zu sein und erleben unser „erstes Silvester“ in Neuseeland mit Konfetti und Livebands. Hier ist richtig was los.

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Unsere Kinder wollen unbedingt das „richtige Silvester“ erleben. Und obwohl sie es so sehr wollen, schaffen sie es nicht durchzuhalten und schlafen ein. Ralph und die Kinder gehen zu Bett und ich halte mich die letzten 50 Minuten wach. Kurz vor 24.00 Uhr gehe ich raus um das Silvesterfeeling zu spüren und, um beim Feuerwerkspektakel in der Hauptstadt Neuseelands hautnah dabei zu sein. Und? Nichts! Gar nichts! Kein Feuerwerk, kein Gejohle. Niemand wirft sich in die Arme des anderen. Es ist zwar viel los am Hafen, aber keiner verfällt in Euphorie. Alle sind ganz ruhig und locker.  Ich auch, ich bin sprachlos! Silvester ohne Feuerwerk ist irgendwie ganz komisch. So war es ein Abend wir jeder andere auch.

 

 

Art-déco, Tölpel und Angstschweiß! Wie gehört das zusammen? Einfach lesen 25.12.- 28.12.12

Wir sind in Napier. Und heute ist Heilig Abend. Nicht bei uns, sondern in Neuseeland. Die Neuseeländer feiern Weihnachten, was bei uns Heilig Abend ist, am 25.12. Hier ein schöner kurzer Beitrag zu Weihnachten in Neuseeland bei „Abenteuer Reisen“. Gut geschrieben 🙂

http://www.abenteuer-reisen.de/community/reporter/Kiwi-Meike/reportage/32356

In Hasting, nahe Napier, finden wir einen Freedom (nix zahlen!) (Camping)platz direkt am Meer. Die Kinder schlafen bereits. Zu unserer Überraschung bekommen wir ein gratis Feuerwerk direkt am Strand. Einheimische schießen einige Raketen in die Luft. Feuerwerk und Weihnachten gehört hier wohl zusammen. Leider lassen sie den Raketenmüll liegen. Nicht so schön. 🙁

Am nächsten Morgen schlendern wir am sehr steinigen Strand entlang und finden wunderschöne Herzsteine. Der Strand bekommt von uns den Namen „Heart-Beach“, denn wir finden noch viel mehr als die vier Steine, die wir per Foto übers Netz als Gruß nach Deutschland geschickt haben.

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Die Stadt Napier entstand am Reisbrett. Nach einem großen Erdbeben in den 30ern, blieb nichts mehr von Napier übrig. Die Stadt wurde geplant und innerhalb von zwei Jahren wieder aufgebaut! Erdbebensicher. Viele Gebäude wurden im Art-déco-Stil gebaut. Napier hat Flair. Ein echter Hingucker.

Für Interessierte: http://www.focus.de/reisen/neuseeland/napier/neuseeland_aid_25706.html

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In der Nähe von Napier gibt es noch einen anderen Hingucker: Basstölpel! Eine ganze, nein zwei Kolonien Tölpel! Das sind Vögel. Hier genannt „Gannets“. Wir buchen eine Gannets-Tour zum Cape Kidnappers. Die Tour kann zu Fuß, per Traktor mit Anhänger, mit Bus und per Hubschrauber gebucht werden. Wir entscheiden uns für den Bus. Der Preis ist heiß: 130,00 NZD (ca. 85,00 Euro) pro Erwachsener, Kinder frei. Und heiß ist auch die Fahrt, trotz Klimaanlage. Denn nach einer Weile auf dem Weg zum Cape Kidnappers, spüre ich meinen Angstschweiß.

Wir fahren auf spitzen Bergen hoch oben, rechts und links geht es oft tief bergab!

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Kann gar nicht hinschauen, habe mich mit zwei Händen am Griff des Vordersitzes festgekrallt und meinen Kopf zwischen die Arme gequetscht. Hatte mich anfangs noch über den Griff gewundert. Spätestens jetzt ist mir  klar, warum es den Griff genau da gab. Manchmal ist der Weg so uneben, dass der Bus eine exorbitante  Schieflage hat! Es fehlt nicht mehr viel, dann kippt der Bus zur Seite. Mehrmals will ich zum Busfahrer und ihn bitten, mich doch aussteigen zu lassen, da ich dann doch lieber zu Fuß gehe. Und steil ist es da! Wir fahren auf so hohe und steile Berge auf und wieder ab, dass ich das Gefühl habe, dass alles was hinten sitzt, nach vorne kullert und beim Fahrer auf dem Schoss landet, um dann wieder nach hinten zu kullern. Als letzte Zutat kommt noch das Gehoppel dazu und einen Busfahrer der, mit Mikro am Kopf (Gott sei Dank nicht in der Hand!), während der Fahrt alles über die Tour erzählt und auch noch Fragen beantwortet und sich dann, wenn auch nur für einen kurzen Moment, zu der Person dreht. „Mensch guck nach vorne“ will ich fast schreien. „Ich will lebend zurückkommen“.

Wir sind lebend zurückgekommen. Und das, mit einer Portion mehr Wissen. Sollte ich jemals wieder nach Neuseeland kommen und mich entscheiden, den Cape Kidnappers mit seinen Tölpeln zu besuchen, dann werde ich laufen! Keinen Bus, keinen Traktor und auch keinen Hubschrauber. Füße, einfach nur Füße!!

Endlich oben angekommen, gibt  es neben den Gannets auch mitgebrachten Kaffee, Tee und Kekse.

Die Gannets: Es gibt hier auf Cape Kidnappers 2 Brutkolonien. Es sind faszinierende Vögel. Sie bleiben als Paar ein Leben lang zusammen. Sobald der Nachwuchs flugfähig ist, geht es ab nach Australien, ca. 2.000  km. Zum Brüten kommen sie wieder zum Cape Kidnappers zurück.  Sie erreichen eine Spannweite von  ca. 1,80 m bis 2,00 m. Sie umkreisen ihr Nest 3 Mal,  ehe sie beim 4. Mal landen. Die Landung ist meist eine Bruchlandung. Was haben wir gelacht (Tölpel eben) J Die Begrüßung, wenn der Tölpel nach seiner Bruchlandung zum Nest kommt, ist innig, liebevoll und lang. Spektakulär ist die Nahrungsbeschaffung. Wie ein Pfeil stürzen sie sich in das Meer und das aus bis zu 30 m Höhe! Ihr Flügelschlag erreicht eine Geschwindigkeit von fast 150 km die Stunde. Die Fischlein im Wasser, auch weiter unten, so 10 Meter und mehr (!), haben keine Chance. Uns beeindruckt, dass die  Gannets überhaupt keine Angst vor uns haben. Sie verhalten sich so, als wären wir nicht da. Wir kommen so nah an die Vögel ran, dass wir sie streicheln könnten. Zum Namen „Cape Kidnappers“ und den Gannets gibt es hier noch ein paar Infos:

http://www.arbeit-in-neuseeland.de/cape-kidnappers/

Viel Spaß beim Lesen 🙂

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Weihnachten, oder so ähnlich / 24.12.2012

Weihnachten? Haben wir heute Morgen schon wieder vergessen. Statt an Weihnachten zu denken (es ist ja auch so warm!) überlegen wir, welche Touristenattraktion die Unsere ist. Die Entscheidung fällt auf „Vulkane“! Whakapapa Village Ski-Gebiet.

tn_P1100096Mit unserem Van fahren wir etwa die Hälfte des Weges nach oben. Dann müssen wir laufen. Was für eine Aussicht!

tn_P1100037Die Kinder gehen ihrer Sammelleidenschaft nach, Ralph genießt die Aussicht und ich versuche herauszufinden, wo dieses Rauschen her kommt. Ich beschließe weiter nach oben zu steigen. Ralph bleibt bei den Kindern. Ich klettere. Eine ganze Weile. Das Rauschen lässt mich nicht los. Ich muss noch höher. Zu meiner Überraschung entdecke ich „Schnee“!

tn_P1100063Naja, gefrorener Schnee. Aber immerhin! Das Rauschen ist noch mehr zu hören. Ich bin ganz in der Nähe. Es wird kälter. Nur noch ein Stück. Der Weg ist beschwerlich. Viel Geröll. Nur noch ein Meter und, geschafft. Ich bin oben! Eine riesen Schlucht macht sich vor mir auf und gegenüber ein Wasserfall. Wahnsinn diese Aussicht hier oben. Und eine unglaubliche Befriedung, am Ziel angekommen zu sein 🙂

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tn_P1100068Auf dem Rückweg nehme ich etwas Schnee auf einem großen Stein als Überraschung für die Kinder mit. Und die Überraschung gelingt! 🙂 🙂 Die Kinder freuen sich so über den auf dem Stein getürmten Schnee, als hätten sie Schnee noch nie gesehen. Schee! Das ist wie Weihnachten! Weihnachten? Da war doch was! Oh, jetzt aber hurtig. Wir fahren weiter, vorbei am Mount Tongariro. Dieser Vulkan ist vor kurzem ausgebrochen.

tn_P1100103Wir halten in Turangi auf einem Parkplatz nahe einem Spielplatz. Ralph schnappt sich die Kinder, bewaffnet sich mit dem Funkgerät und geht auf den Spielplatz. Ich rotiere! Aufräumen, kochen, schmücken, Geschenke einpacken und verstecken. Wie wir das mit dem Christkind und den Geschenken machen, überlegen wir uns später. Als ich 1 ½ Stunden später fertig (!) bin, gebe ich per Funkgerät das O.K.

tn_P1100117Die Augen unserer Kinder leuchten, wie unser kleiner Tannenbaum auf dem Schrank! Der Familie schmeckt das Essen und die Ungeduld und Vorfreude auf das Christkind ist groß. Jetzt haben auch wir so etwas wie weihnachtliche Gefühle! In einem unbeobachteten Moment lege ich die Geschenke für die Kinder draußen neben dem Camper Van auf den Boden. Ralph und ich überlegen, wie wir das mit dem Christkind und dem Glöckchen machen. Bei uns zu Hause klingelt nämlich das Christkind mit dem Glöckchen wenn es da ist und die Geschenke bringt. Und als ich gerade versuche mit dem Schlüsselbund, den Arm aus dem Küchenfenster gestreckt, ein Geräusch wie ein Glöckchen zu erzeugen, pfeift es draußen. Danke! Wer auch immer das war. Es war auf jeden Fall im richtigen Moment! Die Kinder reagieren sofort auf das Pfeifen und stürzen sich nach draußen. Sie hüpfen und schreien und quietschen und rufen: „Ja, ja, ja, danke liebes Christkind“ und schauen dabei nach oben in den Himmel!?

tn_P1100120Gesättigt, glücklich und äußerst zufrieden fahren wir weiter…Frohe Weihnachten!

4, 2, 8! / 22.12.12 – 23.12.12

Wir 4 in 2 Tagen an 8 verschiedenen Orten. Ganze Leistung!

Dazwischen noch geschlafen, eingekauft, gekocht, sechs Mal gegessen, gewaschen, gefahren, gedumpt…uff. So ein Urlaub kann einem ganz schön auf Trapp halten!

So waren wir in Taupo in einer Glasbläserei. Warm ist es da und interessant und, wie kamen die Menschen nur auf so eine Idee? Das frage ich mich die ganze Zeit, während ich diesem Herrn bei seiner Arbeit so zuschaue.

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Der Rest der Familie glotzt. Die Münder stehen offen. Das Atmen nicht vergessen! Und weil es so schön war, gibt es für die Kinder Seesterne aus Glas.

tn_P1090818Gleich daneben, wie praktisch, gibt es das Wairakei Resort. Künstlich angelegte Sinterterrassen. Baden erlaubt. Kinder nicht. Schade 🙁 Abends Maori Shows. Zu spät. Schon wieder schade. 🙁 Wir schlendern durch das „Resort“ und erfreuen uns des Anblicks der dampfenden Quellen.

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Und da wir jetzt Wasser geleckt haben, machen wir einen Abstecher bei den Huka Falls. Beeindruckend diese Wassergewalt!

tn_P1090873 tn_P1090861Das reicht aber immer noch nicht und so beenden wir unseren Wasserhunger an diesem Tag im Taupo Hot Springs & Pools. Auf Deutsch: Schwimmbad! Mega Rutsche, warmes Wasser, hoher Spaßfaktor.

tn_P1090898 tn_P1090897Und ganz frech übernachten wir mit unserem fahrenden Zuhause vor dem „Hilton Hotel“. Billige Übernachtung, schlechter Service. 😉

Am nächsten Morgen.

Wir lechzen immer noch nach Wasser. Wir eilen. Um 09.45 Uhr stehen wir bei den Aratiatia Schleusen bei Taupo. Und sehen uns pünktlich um 10.00 Uhr die Schleusenöffnung an (Touri-Attraktion).

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Das ist auch eine Leistung, wir 4 schon vor 10.00 Uhr geschniegelt, außer gefrühstückt, vor Ort zu sein! Das Frühstück? Holen wir direkt vor Ort nach.

tn_P1090901Ralph schämt sich als wir die Campingmöbel auspacken. „Das ist doch Wurscht“ sag ich zu Ralph und schon schreit Helen nach der Salami!?

Ralph wirft einen Blick in das klare Wasser und entdeckt mehrere große Forellen. „Wir gehen angeln“ höre ich Ralph sagen. Schon wieder Wasser? Da kommt mir und den Kindern die Bimmelbahn in Taupo gerade recht.

tn_P1090940Nach 6 Runden Bimmelbahn fahren, statten wir dem Geschäft: „Hunting & Fishing“ einen Besuch ab. Wir erwerben 3 Angelhaken, genannt „Blinker“. Damit lassen sich angeblich die Forellen gut fangen. Ralph erhält noch einen Tipp für einen guten Angelplatz und schon geht es Richtung Waikato River in der Nähe vom Lake Taupo. Der Lake Taupo ist der größte See Neuseelands und wunderschön (dieses Wort habe ich sicherlich schon sehr oft benutzt. Kein Wunder, wir sind ja auch in Neuseeland!).

Der Tipp mit dem Angeplatz: schön anzusehen. Die Forellen: ausgewandert. Und von den „Blinkern“ gibt es nur noch einen! Die anderen zwei schwimmen im Waikato River, ohne Fisch dran!

tn_P1090967Jetzt haben wir genug vom Wasser. Wir kehren ein in ein Restaurant und lassen es uns schmecken, ganz ohne Fisch! Das Restaurant ist weihnachtlich geschmückt. Ha, Weihnachten. Herrje, ist ja schon morgen!